Produkte sind letztendlich nur so erfolgreich wie die Menschen dahinter. Um den Wert Ihres Angebots für Ihre Kunden zu maximieren, fangen Sie damit an, das Potenzial Ihres Teams durch die Schaffung einer „Engagementkultur“ freizusetzen.  

Laut der  Global Study of Engagement 2019 des ADP Research Institutes „leisten 84 % der Angestellten nur ˏDienst nach Vorschriftˋ, anstatt ihr Bestes für ihr Unternehmen zu geben.“ Demgegenüber ergab eine US Gallop  Studie, dass „stark engagierte Geschäftsbereiche ihre Bewertung in Kundenratings um 10 % verbessern und die Verkaufszahlen um 20 % steigern können“, indem sie verstärkt positive Kundenerlebnisse schaffen. Außerdem stellte die Studie fest, dass „stark engagierte Geschäftsbereiche die Fluktuation um 59 % senken“.  

Es ist zwar ganz natürlich, dass ein Mitarbeiter den Arbeitsplatz wechselt, wenn die Aufstiegsmöglichkeiten außerhalb des Unternehmens besser sind als die internen, doch oftmals kündigen Mitarbeiter schon innerlich, bevor sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen konnten. Eine hohe Fluktuation ist problematisch, weil dadurch ein Teufelskreis von Wissensabfluss und Einarbeitung bzw. Umschulung entsteht. Ihre besten Mitarbeiter kündigen, bevor sie überhaupt ihr Potenzial entfalten konnten, und die Produktivität Ihres Unternehmens leidet durch die niemals endende Personalsuche und Einarbeitung neuer Mitarbeiter. 

Wie kann ein Unternehmen also ein Umfeld der Stabilität in einer Ära des stetigen Wandels fördern? Es beginnt mit effizienter Mitarbeiterführung.  

„Es ist 12-mal so wahrscheinlich, dass ein Angestellter voll engagiert ist, wenn er oder sie dem Teamleiter vertraut.“  –  ADP Research Institute

Vorbild sein

Eine Führungskraft sollte ein Vorbild sein Als Vorbild für Ihr Team sollten Sie die Messlatte hoch ansetzen, denn Ihr letztendliches Ziel ist die Motivation ihres Teams dazu, wie eine Führungskraft zu denken und zu handeln.  Wie in  Multipliers: How the Best Leaders Make Everyone Smarter (Liz Wiseman, Greg McKeown) erklärt, maximieren die besten Führungskräfte – Multiplier genannt – das individuelle Potenzial jedes Teammitglieds. 

Dieses Konzept wird manchmal mit Überbelastung verwechselt. Das Team wird massiv unter Druck gesetzt, um unmögliche Standards zu erfüllen. Natürlich sollten Sie hohe Ansprüche stellen, aber fördern Sie lieber eine Marathon-Kultur als einen wahnsinnigen Wettlauf, der unweigerlich zum Burnout führen würde. Sie sollten zum Beispiel als Chef nicht als Letzter das Büro verlassen. Sonst erwecken Sie den Eindruck, dass das Leben nur aus Arbeit besteht. 

Schrauben Sie die Erwartungen an sich selbst angemessen hoch und arbeiten Sie mit dem Team daran, es Ihnen gleichzutun. Das ist der beste Weg, um einen Qualitätsstandard zu setzen. Auf diese Weise schaffen Sie eine Kultur der Verantwortlichkeit. Jedes Teammitglied weiß, dass es selbst die wichtigste Person ist, die die Qualität seiner Arbeit beurteilt, und nicht sein Manager. Wie in Multipliers beschrieben, ist es ein Zeichen guter Führung, wenn die „Erwartungen des Multipliers sich in eine beständige Präsenz verwandeln, sodass jeder Mitarbeiter selbst Verantwortung übernimmt und Kollegen zur Verantwortung zieht, und das häufig auf höherem Niveau und ohne direktes Eingreifen des Multipliers“.

Persönlichkeit ist wichtig

Führungskräfte müssen starke Persönlichkeiten sein. Eigentlich ist das selbstverständlich, kann jedoch nicht oft genug wiederholt werden, denn es ist nicht einfach eine starke Persönlichkeit zu entwickeln und zu bewahren. In  7 Habits of Highly Effective People spricht sich Stephen Covey dafür aus, erst private oder interne Ziele zu erreichen, bevor man versucht, andere zu leiten. Während Sie Führungskompetenz entwickeln, müssen Sie Geduld, Glaubwürdigkeit und Verantwortlichkeit zeigen. Es gibt keine Tricks oder Abkürzungen, um eine starke Persönlichkeit zu entwickeln. 

Wie Corvey erklärt: „Wenn ich versuche, mit Strategien und Taktiken andere zu beeinflussen und dazu zu bringen, das zu tun, was ich will – besser arbeiten, motivierter sein, mich und einander zu respektieren –, während meine Persönlichkeit grundlegende Schwachstellen aufweist, geprägt durch Falschheit und Unehrlichkeit, kann ich langfristig nicht erfolgreich sein. Meine Falschheit wird Misstrauen säen und alles, was ich tue [...], wird als Manipulation wahrgenommen werden.“ Wenn Sie erst einmal die nötige Persönlichkeit entwickelt haben, tun Sie alles in Ihrer Macht Stehende, um sie zu pflegen. Es ist wichtig, dass Sie kontinuierlich Integrität demonstrieren, denn das Vertrauen Ihres Teams in Ihre Fähigkeit als Führungskraft hängt davon ab.

„Vertrauen ist hart erarbeitet und schnell verloren“ – Jeff Bezos

Eine positive Einstellung fördern

Haben Sie Spaß bei der Arbeit. Wenn Sie nicht gerne zur Arbeit gehen, warum sollten es dann Ihre Mitarbeiter? Denken Sie daran, Sie müssen es ernst meinen. Wenn Sie nur so tun als ob, funktioniert es nicht. Leider ist es unrealistisch, Ihren Traumjob als Astronaut an Land zu ziehen. Zurück auf der Erde müssen Sie sich damit abfinden, dass Ihr Job nicht perfekt sein wird. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, Ihre Arbeit in Einklang mit Ihrer Leidenschaft und Ihren beruflichen Zielen zu bringen. OK? Gut, nun sorgen Sie für diese positive Arbeitseinstellung in Ihrem Arbeitsumfeld. Das wird nicht von allein geschehen. Erzählen Sie (für den Arbeitsplatz angemessene) Witze. Freuen Sie sich über Erfolge und muntern Sie das Team bei Misserfolgen auf. Seien Sie sich im Klaren darüber, dass der Weg zu diesem Ziel steinig ist, aber dass alle – Sie und Ihr Team – im selben Boot sitzen. 

Fehler zulassen  

Schaffen Sie ein Umfeld, in dem Fehler nicht das Selbstwertgefühl verletzen. Sie sollten zum Beispiel die Fehler eines Mitarbeiters nicht unter den Kollegen publik machen. Suchen Sie nach einem Weg, konstruktives Feedback in einer ungestörten Umgebung zu geben.  

„Selbst wenn wir Recht haben und die andere Person definitiv falsch liegt, zerstören wir nur das Selbstwertgefühl, wenn wir sie bloßstellen.“ ( How to Win Friends and Influence People, Dale Carnegie). 

Stellen Sie sicher, dass diese Person und Ihr Unternehmen durch diesen Misserfolg wachsen. Jeff Bezos schreibt 2018 in seinem  Brief an Aktionäre: „Wenn ein Unternehmen wächst, wächst alles andere mit, unter anderem die Größe seiner fehlgeschlagenen Experimente. Wenn Ihre Misserfolge nicht an Größe wachsen, sind Sie nicht experimentierfreudig genug, um erfolgreich weiter zu wachsen. Amazon wird experimentieren, und zwar in dem Maße wie es für ein Unternehmen unserer Größe angemessen ist, auch wenn wir gelegentlich Fehlschläge in Höhe mehrerer Milliarden Dollar hinnehmen müssen.“

Anerkennung nicht vergessen

Haben Sie schon einmal jemandem die Tür aufgehalten und diese Person hat auf diese kleine Geste der Freundlichkeit gar nicht reagiert? Dieser kleine soziale Austausch sollte uns nicht den Tag verderben, doch es versetzt schon einen kleinen Stich, wenn unsere guten Taten für selbstverständlich angesehen werden. 

Wie oft bitten wir unsere Mitarbeiter um etwas? Nehmen wir uns Zeit, Ihre Arbeit zu würdigen, oder machen wir gleich mit der nächsten Aufgabe weiter? Es gibt zwar viele Möglichkeiten, um formale Anerkennungsprogramme einzuführen, aber diese Hilfsmittel sind üblicherweise für größere und weniger häufige Errungenschaften vorgesehen. Achten Sie also darauf, regelmäßig mit Ihren Mitarbeitern persönliche Gespräche zu führen und ihnen zu sagen, was Sie an ihrer Arbeit schätzen. 

Damit dies nicht zu einem oberflächlichen Austausch wird, bitten Sie Ihre Mitarbeiter, Ihnen mehr über ihre Erfolge zu erzählen. „Durch Nachfragen und aufmerksames Zuhören, um Genaueres über eine Leistung zu erfahren, erkennen Sie an, dass der Beitrag Teil des Beitragenden ist, und geben ihm das Gefühl, dass er und seine Arbeit wirklich wichtig sind.“ ( Harvard Business Review, Ron Carucci).

Wenn Sie aufrichtiges Interesse an den Erfolgen Ihrer Mitarbeiter haben, werden auch Ihre Mitarbeiter aufrichtiges Interesse zeigen. Sie werden Interesse am Kunden, dem Team, dem Unternehmen zeigen und Ihnen als Manager vertrauen. Eines Tages werden Ihre Mitarbeiter das Unternehmen zwar verlassen, stellen Sie vorher jedoch sicher, dass sie einen positiven Eindruck beim Kunden, dem Unternehmen und sich selbst hinterlassen.